
Grim Dawn
😆61
76561198029579296

Grim Dawn bringt gute Ideen mit, verzettelt sich aber aus meiner Sicht gerade bei den Basiselementen. Hat mir gefallen: + Grafisch gut gelungen, wirkt in sich stimmig. + Das Gameplay an sich ging wirklich flüssig von der Hand. Man kommt mit wenigen Klicks an sein Ziel, die Steuerung war ziemlich präzise. Hat mir nicht gefallen: - Storytechnisch dachte ich eigentlich "Finde Xardas!" wäre der Abgrund des Erzählens, aber Grim Dawn topt das nochmal. Die Story beginnt damit, das man gehängt wird und kurz vor dem Tod wieder abgehängt wird. Dann wird einem gesagt "Ach, wo Du gerade am leben bist, ich hab da nen Auftrag für Dich". Und es beginnt eine Aneinanderreihung nichtssagender Nebenquests. Bei gefühlter Halbzeit des Spiels bekommt man die Hauptquest "Triff mich kurz vor Ende des Spiels wieder, dann reden wir über die nächsten Schritte". o_O - Wenn man sich die Weltkarte ansieht, kann man sich quasi zu Beginn einen Überblick über alle Gebiete verschaffen. Was direkt ins Auge fällt ist, dass die ersten beiden größeren Regionen mit recht vielen ineinander verwobenen Teilgebieten bestückt sind, während die zweite Hälfte der Karte quasi nurnoch ein Gebieteschlauch ist. Während des Spiels gewinnt man dann auch ab der Halbzeit den Eindruck, dass das Spiel auch nur noch halbherzig zuende gebracht wurde. Die Kombination aus weit/offen am Anfang vs. komplett linear ab der Hälfte wirkt merkwürdig (vor allem wenn man noch das Loch im Hauptquest mit in Betracht zieht). - Gegnertypen gibt es aus meiner Sicht eigentlich nur zwei: Die, die stehenbleiben und schießen und die, die auf mich zulaufen und draufhauen. Ich denke auch man hat eigentlich fast alle Gegner gesehen, sobald man die Wüstenregion betritt. In den Endregionen kommen dieselben Gegner vor, die ich bereits in den anfänglichen Gebieten bekämpft habe. Im Norden nichts neues in diesem Sinne. - Der Punkt, der mich im Grunde dazu bringt einen Daumen runter zu geben, ist die Balance. Ich finde das Spiel bringt sich mit seinen ganzen Möglichkeiten Punkte in irgendwas zu investieren, hunderte Komponenten zum Sammeln und zusammensetzen, Fraktionen glücklich machen, etc. selbst aus dem Tritt. Das Spiel wirkt für mich überladen und nur halbherzig ausgearbeitet. Es wirkt, als wären die Einzelteile nicht zuende gedacht und harmonieren deshalb auch nicht richtig. Am schlimmsten sind aber die Items. Die Stats wirken komplett zufällig zusammengewürfelt, Planung fällt hier schwer. Die Gegner haben meist die Schadensarten bedient, für die zumindest für mich keine Items gedroppt sind, die entsprechende Widerstände bieten. Am Ende bin ich fünzig mal zum Händler gelaufen, bis ich entsprechende Items kaufen konnte. Es droppen massig magische Gegenstände und auch viele seltene und epische Gegenstände, etc. Und alle haben das gleiche Problem: Gefühlt 90% der Items sind gut zehn Level unterhalb meiner Charakterstufe und weitere 5% sind sechs Level über meiner Charakterstufe. Auch wenn die Monsterstufe meist auf meinem Niveau ist bzw. etwas höher, bekomme ich in der Regel nur Schrott. Generell ist meiner Meinung nach weniger manchmal mehr. Ich fände es zielführender, wenn die Dropchance aller Gegenstände verringert werden würde, dafür aber die Qualität der Items angehoben wird. Die Verteidigungswerte der Rüstungsgegenstände sehen für mich fast aus wie vorher festgelegt. 96, 155, 228, ... Ich kenne langsam die Reihen auswendig, von der Variation her natürlich recht spärlich. Wirkt so wie vorgefertigte Bauklötze, bisschen Random mit rein, fertig. - Das mit den Fraktionen habe ich irgendwie nicht verstanden. Es gibt vier(?), ich kann aber im Grunde nur zwei glücklich machen, weil die anderen beiden nur aus Monstern bestehen, die ich zwangsweise bekämpfen muss. Irgendwie hatte dieses System auch keinen Einfluss auf den Spielverlauf. Oder bin ich bekloppt? - ACHTUNG SPOILER:Es wird kein wirklicher Bösewicht eingeführt, gegen den es sich lohnen würde am Ende anzutreten. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wozu ich die blöden Aufgaben eigentlich erledige. Um am Ende gegen dieses merkwürdige Tentakel-etwas zu kämpfen? Das Ding hatte soweit ich mitgezählt habe eine Attacke, die es selbst ausführen konnte (diese Tentakelarme und Monsterbeschwörung nicht mitgezählt). Und dann ist ausgerechnet der Endboss das einzig statische Nahkampfmonster im Spiel. Und dann kriegt man dafür am Ende noch nen feuchten Händedruck, also ich weiß nicht. EDIT: Ich habe nun Grim Dawn ein zweites mal durchgespielt, diesmal mit den Erweiterungen Ashes of Malmouth und Forgotten Gods. Kurz gesagt, teile ich immer noch meine Einschätzung von vor vier Jahren (also von oben). Das Gameplay an sich ist wunderbar, aber die Balance macht das Spiel für mich kaputt. Man wird so mit nutzlosen (seltenen, epischen und legendären) Items zugeschmissen, die alle 385984 Eigenschaften besitzen, durch die zumindest ich nicht komplett durchblicke. Habe mich diesmal nur darauf konzentriert alle Widerstände möglichst maximal zu halten, der Rest der Eigenschaften war mir egal. Hat so total gut geklappt und kein Gegner konnte mir ernsthaft etwas anhaben.

Grim Dawn
😆61
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Grim Dawn bringt gute Ideen mit, verzettelt sich aber aus meiner Sicht gerade bei den Basiselementen. Hat mir gefallen: + Grafisch gut gelungen, wirkt in sich stimmig. + Das Gameplay an sich ging wirklich flüssig von der Hand. Man kommt mit wenigen Klicks an sein Ziel, die Steuerung war ziemlich präzise. Hat mir nicht gefallen: - Storytechnisch dachte ich eigentlich "Finde Xardas!" wäre der Abgrund des Erzählens, aber Grim Dawn topt das nochmal. Die Story beginnt damit, das man gehängt wird und kurz vor dem Tod wieder abgehängt wird. Dann wird einem gesagt "Ach, wo Du gerade am leben bist, ich hab da nen Auftrag für Dich". Und es beginnt eine Aneinanderreihung nichtssagender Nebenquests. Bei gefühlter Halbzeit des Spiels bekommt man die Hauptquest "Triff mich kurz vor Ende des Spiels wieder, dann reden wir über die nächsten Schritte". o_O - Wenn man sich die Weltkarte ansieht, kann man sich quasi zu Beginn einen Überblick über alle Gebiete verschaffen. Was direkt ins Auge fällt ist, dass die ersten beiden größeren Regionen mit recht vielen ineinander verwobenen Teilgebieten bestückt sind, während die zweite Hälfte der Karte quasi nurnoch ein Gebieteschlauch ist. Während des Spiels gewinnt man dann auch ab der Halbzeit den Eindruck, dass das Spiel auch nur noch halbherzig zuende gebracht wurde. Die Kombination aus weit/offen am Anfang vs. komplett linear ab der Hälfte wirkt merkwürdig (vor allem wenn man noch das Loch im Hauptquest mit in Betracht zieht). - Gegnertypen gibt es aus meiner Sicht eigentlich nur zwei: Die, die stehenbleiben und schießen und die, die auf mich zulaufen und draufhauen. Ich denke auch man hat eigentlich fast alle Gegner gesehen, sobald man die Wüstenregion betritt. In den Endregionen kommen dieselben Gegner vor, die ich bereits in den anfänglichen Gebieten bekämpft habe. Im Norden nichts neues in diesem Sinne. - Der Punkt, der mich im Grunde dazu bringt einen Daumen runter zu geben, ist die Balance. Ich finde das Spiel bringt sich mit seinen ganzen Möglichkeiten Punkte in irgendwas zu investieren, hunderte Komponenten zum Sammeln und zusammensetzen, Fraktionen glücklich machen, etc. selbst aus dem Tritt. Das Spiel wirkt für mich überladen und nur halbherzig ausgearbeitet. Es wirkt, als wären die Einzelteile nicht zuende gedacht und harmonieren deshalb auch nicht richtig. Am schlimmsten sind aber die Items. Die Stats wirken komplett zufällig zusammengewürfelt, Planung fällt hier schwer. Die Gegner haben meist die Schadensarten bedient, für die zumindest für mich keine Items gedroppt sind, die entsprechende Widerstände bieten. Am Ende bin ich fünzig mal zum Händler gelaufen, bis ich entsprechende Items kaufen konnte. Es droppen massig magische Gegenstände und auch viele seltene und epische Gegenstände, etc. Und alle haben das gleiche Problem: Gefühlt 90% der Items sind gut zehn Level unterhalb meiner Charakterstufe und weitere 5% sind sechs Level über meiner Charakterstufe. Auch wenn die Monsterstufe meist auf meinem Niveau ist bzw. etwas höher, bekomme ich in der Regel nur Schrott. Generell ist meiner Meinung nach weniger manchmal mehr. Ich fände es zielführender, wenn die Dropchance aller Gegenstände verringert werden würde, dafür aber die Qualität der Items angehoben wird. Die Verteidigungswerte der Rüstungsgegenstände sehen für mich fast aus wie vorher festgelegt. 96, 155, 228, ... Ich kenne langsam die Reihen auswendig, von der Variation her natürlich recht spärlich. Wirkt so wie vorgefertigte Bauklötze, bisschen Random mit rein, fertig. - Das mit den Fraktionen habe ich irgendwie nicht verstanden. Es gibt vier(?), ich kann aber im Grunde nur zwei glücklich machen, weil die anderen beiden nur aus Monstern bestehen, die ich zwangsweise bekämpfen muss. Irgendwie hatte dieses System auch keinen Einfluss auf den Spielverlauf. Oder bin ich bekloppt? - ACHTUNG SPOILER:Es wird kein wirklicher Bösewicht eingeführt, gegen den es sich lohnen würde am Ende anzutreten. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wozu ich die blöden Aufgaben eigentlich erledige. Um am Ende gegen dieses merkwürdige Tentakel-etwas zu kämpfen? Das Ding hatte soweit ich mitgezählt habe eine Attacke, die es selbst ausführen konnte (diese Tentakelarme und Monsterbeschwörung nicht mitgezählt). Und dann ist ausgerechnet der Endboss das einzig statische Nahkampfmonster im Spiel. Und dann kriegt man dafür am Ende noch nen feuchten Händedruck, also ich weiß nicht. EDIT: Ich habe nun Grim Dawn ein zweites mal durchgespielt, diesmal mit den Erweiterungen Ashes of Malmouth und Forgotten Gods. Kurz gesagt, teile ich immer noch meine Einschätzung von vor vier Jahren (also von oben). Das Gameplay an sich ist wunderbar, aber die Balance macht das Spiel für mich kaputt. Man wird so mit nutzlosen (seltenen, epischen und legendären) Items zugeschmissen, die alle 385984 Eigenschaften besitzen, durch die zumindest ich nicht komplett durchblicke. Habe mich diesmal nur darauf konzentriert alle Widerstände möglichst maximal zu halten, der Rest der Eigenschaften war mir egal. Hat so total gut geklappt und kein Gegner konnte mir ernsthaft etwas anhaben.
